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Stimpfach bekommt ein Museum

Karl Walter aus Ellenberg will in seiner alten Heimat historische Motorräder ausstellen

Von Alexandra Rimkus

Stimpfach Der Gemeinderat Stimpfach hat am vergangenen Montag grünes Licht gegeben. Und so steht den ambitionierten Plänen von Karl Walter jetzt nichts mehr entgegen. Der 57-Jährige, der zuletzt in Ellenberg gelebt und gearbeitet hat, will sich in seiner alten Heimat Stimpfach ein Museum einrichten. „Zwei, drei Nächte habe ich überlegt und mit mir gerungen. Dann stand es für mich fest. Ich erfülle mir jetzt diesen Traum“, erzählt Walter.

500er Honda in Gold

Und so hat sich Walter jetzt dran gemacht, das geerbte elterliche Anwesen in Stimpfach in der Hirtenstraße 5 umzubauen. In der ehemaligen Scheuer des Gebäudes sollen künftig auf zwei Ebenen vornehmlich alte Motorräder gezeigt werden. Darunter einige echte Kostbarkeiten. Wie zum Beispiel eine vierzylindrige 500er Honda in Gold aus dem Jahre 1971. Das 42 Jahre alte Schmuckstück ist eine Rarität: „Davon gibt es heute nur noch zehn Stück“, betont Walter nicht ohne Stolz. Auch eine amerikanische 750er Four aus dem Jahre 1977 wird die Ausstellung in Stimpfach zieren.

Abgerundet wird die Exposition zudem durch eine Vielzahl antiquarischer Fahrräder, darunter auch der absolute Höhepunkt der Ausstellung: ein Hochrad aus dem Jahre 1791. „Das ist wahrscheinlich das älteste Fahrrad Deutschlands“, mutmaßt Walter, der momentan noch mitten in den Umbauarbeiten steckt. Unterstützt wird er dabei von seinem guten Freund Uwe Rommel, der sich aktuell um die notwendigen Elektroarbeiten kümmert. Läuft alles gut, will Walter sein Museum schon Mitte Mai eröffnen. Sogar ein früherer Termin wäre denkbar gewesen, hätte ihm das Landratsamt nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Behörden fordern von dem Neumuseumsbetreiber noch den Einbau von zwei Toiletten, da Walter auch die Einrichtung eines kleinen Museumscafés plant. Für die Verköstigung mit Kaffee und Kuchen werden Besucher etwas zu zahlen haben. Der Eintritt in das Museum, das künftig in den Sommermonaten immer sonntags geöffnet haben wird, soll hingegen kostenlos sein. Ebenso wie Führungen, die Walter regelmäßig anbieten möchte - auch für Schulklassen. Schließlich möchte Walter sein umfangreiches Wissen zu jedem der präsentierten Ausstellungsstücke weitergeben. Darunter werden sich neben Zweirädern übrigens auch noch einige historische Gerätschaften befinden, wie zum Beispiel eine noch funktionierende antike Getreidemühle oder eine Bohrmaschine der Marke Kramer & Gaus aus dem Jahre 1930.

Ein Museum mit Geschichte

Und selbst zu dem Gebäude, das das Museum künftig beherbergen wird, möchte Walter seinen Gästen Geschichte und Geschichten erzählen, reicht die Historie des Anwesens der Familie Walter doch wenigstens 200 Jahre zurück. Wobei Karl Walter davon ausgeht, dass das Gebäude noch wesentlich älter ist. Darauf deute zumindest das alte Kellergewölbe des ehemaligen Bauernhofs hin, das Walter bei Führungen mit einbinden will.

Die unmittelbaren Nachbarn des Museums freuen sich übrigens schon richtig auf die neue Attraktion im Dorf. „Dann ist hier endlich mal was los“, findet Karl Messner, der zur Eröffnung im Mai 100 Liter Freibier stiften möchte.

(Erschienen: 19.04.2013 11:35)


 

 

 

Technikmuseum in Stimpfach hat geöffnet

Alles was sich dreht, kann man im kleinen Museum von Karl Walter bewundern

 

Technikmuseum 

Karl Walter ist stolz auf sein kleines Technikmuseum in Stimpfach und erklärt Besuchern gerne seine oft seltenen Exponate.

Martin Bauch

 

Stimpfach mab Mit seinem kleinen Technikmuseum hat sich Karl Walter aus Stimpfach einen Traum erfüllt. Viele Exponate bereichern die Ausstellung. In dieser Saison neu hinzugekommen ist das „Café Rad“, wo man gemütlich Kaffee trinken und Kuchen genießen kann.

„Bei mir geht’s rund“, meint Karl Walter, „Museumsdirektor“ eines der kleinsten privaten Technikmuseen der Region. In Stimpfach dreht sich alles ums Rad und das Runde. Alles was sich irgendwie dreht oder gedreht wird, findet einen Ehrenplatz bei Walter.

Neben vielen, oft seltenen Motorrädern, finden sich auch Fahrräder, alte Tretnähmaschinen, Kurbeltelefone, Dosenwurstautomaten oder Flaschenzüge. Walter kann da als Glückspilz bezeichnet werden. Seine Exponate findet der fleißige Erfinder und Sammler oft zufällig. „Ich halte meine Augen eben immer offen“, sagt Walter. Großes Vertrauen genießt Walter auch bei den vielen Vereinen, die sich mit Historischem beschäftigen. Der Oldtimerverein Ellwangen hat in diesem Jahr dem kleinen Technikmuseum eine ganze Menge neuer Fahrzeuge als Leihgabe zur Verfügung gestellt. „Das ist selbstverständlich eine ganz tolle Bereicherung meiner Ausstellung“, meint Walter, der sich gerne von Besuchern zu den verschiedensten Exponaten befragen lässt. Zu jedem Stück hat der Sammler eine persönliche Beziehung und somit auch eine eigene Geschichte parat.

Walter freut sich darüber, wenn er auf dem Flohmarkt das eine oder andere Motorroller-Schnäppchen macht. Und er bleibt ein fairer Geschäftsmann. „Die goldene Honda 500er habe ich von einem Staatsanwalt mit der Auflage geschenkt bekommen, diese nie weiter zu verkaufen. Drei Jahre habe ich in die Restaurierung der Maschine gesteckt, von der es heute vermutlich nur noch zehn Stück auf der Welt gibt. Verkaufen werde ich sie natürlich nicht. Mein Wort gilt“, sagt Walter, der gelernter Bauschlosser ist. Diese Fähigkeit befähigt ihn, viele Restaurierungen und Reparaturen an den Exponaten selbst vorzunehmen.

Und auch die kleinen Besucher kommen im Stimpfacher Technikmuseum nicht zu kurz. „Zu Ostern sollen die kleinen Entlein in das Kleintiergehege neben der Museumsscheune kommen“, verspricht Walter. Selbst gebautes Kinderspielzeug im Außenbereich soll die Fantasie der Kinder anregen. Wer also interessantes und manchmal auch verrücktes „Zeug“ sehen möchte, ist in Karl Walters privatem Technikmuseum bestens aufgehoben.

Das Technikmuseum ist jeden Sonntag ab 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.