Karl Walter Zeitungsausschnitte längste Bank Stimpfach

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21.06.2017

Ein weiteres neues Glanzlicht findet sich außerdem in dem kleinen, originellen Museumsgarten, den Walter ganz nach seinem Gusto gestaltet hat. Nussbäume wurden gepflanzt, Wein rankt mittlerweile am Haus, große, kleine und von Walter selbst kreierte, phantasievolle Exponate sind hier überall aufgestellt, aufgehängt und angebracht. Dazwischen Walters allerneueste Errungenschaft: eine über acht Meter lange Holzbank, die er – unterstützt durch das Sägewerk Betzenhof – gefertigt hat. Der dazu passende Tisch soll in gut einer Woche kommen.

„Das ist die längste Sitzbank im Landkreis Schwäbisch-Hall“, ist Walter überzeugt. Aber selbst, wenn sie es nicht sein sollte. Sie ist auf jeden Fall urig und saugemütlich. Viele Menschen nehmen darauf schon jetzt täglich Platz. Denn das Stimpfacher Museum hat sich in nur vier Jahren zu einem recht beliebten Anlaufpunkt entwickelt.

Vor allem Biker und Radtouristen schauen vorbei, entdecken die Ausstellung, genießen einen Kaffee (oder Walters roten Most) und ein Stück Kuchen – selbstverständlich selbst gebacken von Walters Nachbarin, die dafür vom Museumsbetreiber mit Eiern seiner sechs „glücklichen Hühner“ entlohnt wird.

 

Haben auf Stimpfachs längster Bank Platz genommen, von links: Darius und Wilfried Rieck und Museumsbetreiber Karl Walter. Im Vordergrund: Frankensteins Tochter, Walters Lieblings-Kawasaki.
Foto Rimkus

 

Privates Motorradmuseum in Stimpfach

Jeder kennt sie, diese Sachen, von denen man sich einfach nicht trennen möchte. Nicht weil man sie noch gebrauchen kann, sondern weil man etwas oder jemanden mit ihnen verbindet: Erinnerungen (seien es nun gute oder schlechte), Menschen oder Orte.

Bei Karl Walter aus Stimpfach ist das nicht anders, er sammelt schon seit vielen Jahren solche Dinge. „Für manche Außenstehende mag das schon ein bisschen seltsam wirken, aber letztlich freuen sich die meisten, die hierherkommen“, sagt Walter. Vor einigen Jahren hat der 65-Jährige sein Elternhaus in Stimpfach geerbt, seitdem verwandelt er Stall und Heuboden mehr und mehr in ein kleines Museum – das „Café Rad Museum“. Es gibt ihm Raum für seine Sammelleidenschaft, die er nur zu gerne mit Besuchern teilt. Auch in seiner alten Heimat Ellenberg hatte er schon eine kleines Museum unterhalten.

„Vieles, was man hier sehen kann, findet man nur selten – einfach, weil es weggeworfen wurde“, sagt er und deutet auf alte Schlittschuhe. „Das sind nur die Kufen. In die hat man seine Straßenschuhe oder Stiefel eingespannt und ging damit aufs Eis.“ Auch das Werkzeug seiner Vorfahren (Vater und Großvater waren Metzger) hat er aufgehoben: „Für mich ist das ein Teil der Geschichte, auch der meinigen.“

Maschinen aus anderen Zeiten

Stolz ist Karl Walter auf seinen Motorradfuhrpark. „Während alle anderen mit 18 einen Autoführerschein hatten, hab ich den Motorradschein gemacht. Das ist bis heute mein liebster fahrbarer Untersatz“, sagt Walter: „Ich hab’ einige schöne Stücke wie eine 750er Honda K7 oder eine 500er Honda Gold.“ Allerdings gibt es zwei Maschinen von Kawasaki, die er wirklich gern ausfährt. „Die Kawasaki 1500 liegt einfach brillant auf der Straße.“ Die zweite Maschine ist das krasse Gegenteil: „Eine Kawasaki 900 Z1, wegen ihrer Geschwindigkeit und instabilen Fahrweise auch als Frankensteins Tochter bekannt. Der Vierzylinder beschleunigt die Maschine in unter vier Sekunden auf 100 Sachen.“ Zudem finden sich im Museum auch Maschinen und Erinnerungen aus der DDR und aus Osteuropa. Dazu gehören einige Mopeds von Simson und Jawa. Uwe Rommel aus Berlin hat sie zur Sammlung beigesteuert.

Momentan arbeitet Karl Walter an einer Erweiterung des Museums mit alten Nähmaschinen und Haushaltsgeräten. Das Museum ist jeden Sonntag ab 14 Uhr geöffnet.

 



Stimpfach

Erschienen 02.06.2017

Leidenschaft durch privates Motorradmuseum ausgelebt

In Stimpfach gibt es ein privates Motorradmuseum. Karl Walter macht seine Sammelleidenschaft für alle zugänglich – und plant eine Erweiterung.


16.04.2014

Technikmuseum in Stimpfach hat geöffnet

Alles was sich dreht, kann man im kleinen Museum von Karl Walter bewundern

Technikmuseum

Karl Walter ist stolz auf sein kleines Technikmuseum in Stimpfach und erklärt Besuchern gerne seine oft seltenen Exponate.

Martin Bauch

Stimpfach mab Mit seinem kleinen Technikmuseum hat sich Karl Walter aus Stimpfach einen Traum erfüllt. Viele Exponate bereichern die Ausstellung. In dieser Saison neu hinzugekommen ist das „Café Rad“, wo man gemütlich Kaffee trinken und Kuchen genießen kann.

„Bei mir geht’s rund“, meint Karl Walter, „Museumsdirektor“ eines der kleinsten privaten Technikmuseen der Region. In Stimpfach dreht sich alles ums Rad und das Runde. Alles was sich irgendwie dreht oder gedreht wird, findet einen Ehrenplatz bei Walter.

Neben vielen, oft seltenen Motorrädern, finden sich auch Fahrräder, alte Tretnähmaschinen, Kurbeltelefone, Dosenwurstautomaten oder Flaschenzüge. Walter kann da als Glückspilz bezeichnet werden. Seine Exponate findet der fleißige Erfinder und Sammler oft zufällig. „Ich halte meine Augen eben immer offen“, sagt Walter. Großes Vertrauen genießt Walter auch bei den vielen Vereinen, die sich mit Historischem beschäftigen. Der Oldtimerverein Ellwangen hat in diesem Jahr dem kleinen Technikmuseum eine ganze Menge neuer Fahrzeuge als Leihgabe zur Verfügung gestellt. „Das ist selbstverständlich eine ganz tolle Bereicherung meiner Ausstellung“, meint Walter, der sich gerne von Besuchern zu den verschiedensten Exponaten befragen lässt. Zu jedem Stück hat der Sammler eine persönliche Beziehung und somit auch eine eigene Geschichte parat.

Walter freut sich darüber, wenn er auf dem Flohmarkt das eine oder andere Motorroller-Schnäppchen macht. Und er bleibt ein fairer Geschäftsmann. „Die goldene Honda 500er habe ich von einem Staatsanwalt mit der Auflage geschenkt bekommen, diese nie weiter zu verkaufen. Drei Jahre habe ich in die Restaurierung der Maschine gesteckt, von der es heute vermutlich nur noch zehn Stück auf der Welt gibt. Verkaufen werde ich sie natürlich nicht. Mein Wort gilt“, sagt Walter, der gelernter Bauschlosser ist. Diese Fähigkeit befähigt ihn, viele Restaurierungen und Reparaturen an den Exponaten selbst vorzunehmen.

Und auch die kleinen Besucher kommen im Stimpfacher Technikmuseum nicht zu kurz. „Zu Ostern sollen die kleinen Entlein in das Kleintiergehege neben der Museumsscheune kommen“, verspricht Walter. Selbst gebautes Kinderspielzeug im Außenbereich soll die Fantasie der Kinder anregen. Wer also interessantes und manchmal auch verrücktes „Zeug“ sehen möchte, ist in Karl Walters privatem Technikmuseum bestens aufgehoben.

Das Technikmuseum ist jeden Sonntag ab 14 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.


Stimpfach bekommt ein Museum

Karl Walter aus Ellenberg will in seiner alten Heimat historische Motorräder ausstellen

Von Alexandra Rimkus

Stimpfach Der Gemeinderat Stimpfach hat am vergangenen Montag grünes Licht gegeben. Und so steht den ambitionierten Plänen von Karl Walter jetzt nichts mehr entgegen. Der 57-Jährige, der zuletzt in Ellenberg gelebt und gearbeitet hat, will sich in seiner alten Heimat Stimpfach ein Museum einrichten. „Zwei, drei Nächte habe ich überlegt und mit mir gerungen. Dann stand es für mich fest. Ich erfülle mir jetzt diesen Traum“, erzählt Walter.

500er Honda in Gold

Und so hat sich Walter jetzt dran gemacht, das geerbte elterliche Anwesen in Stimpfach in der Hirtenstraße 5 umzubauen. In der ehemaligen Scheuer des Gebäudes sollen künftig auf zwei Ebenen vornehmlich alte Motorräder gezeigt werden. Darunter einige echte Kostbarkeiten. Wie zum Beispiel eine vierzylindrige 500er Honda in Gold aus dem Jahre 1971. Das 42 Jahre alte Schmuckstück ist eine Rarität: „Davon gibt es heute nur noch zehn Stück“, betont Walter nicht ohne Stolz. Auch eine amerikanische 750er Four aus dem Jahre 1977 wird die Ausstellung in Stimpfach zieren.

Zeitung

 

Abgerundet wird die Exposition zudem durch eine Vielzahl antiquarischer Fahrräder, darunter auch der absolute Höhepunkt der Ausstellung: ein Hochrad aus dem Jahre 1791. „Das ist wahrscheinlich das älteste Fahrrad Deutschlands“, mutmaßt Walter, der momentan noch mitten in den Umbauarbeiten steckt. Unterstützt wird er dabei von seinem guten Freund Uwe Rommel, der sich aktuell um die notwendigen Elektroarbeiten kümmert. Läuft alles gut, will Walter sein Museum schon Mitte Mai eröffnen. Sogar ein früherer Termin wäre denkbar gewesen, hätte ihm das Landratsamt nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Behörden fordern von dem Neumuseumsbetreiber noch den Einbau von zwei Toiletten, da Walter auch die Einrichtung eines kleinen Museumscafés plant. Für die Verköstigung mit Kaffee und Kuchen werden Besucher etwas zu zahlen haben. Der Eintritt in das Museum, das künftig in den Sommermonaten immer sonntags geöffnet haben wird, soll hingegen kostenlos sein. Ebenso wie Führungen, die Walter regelmäßig anbieten möchte - auch für Schulklassen. Schließlich möchte Walter sein umfangreiches Wissen zu jedem der präsentierten Ausstellungsstücke weitergeben. Darunter werden sich neben Zweirädern übrigens auch noch einige historische Gerätschaften befinden, wie zum Beispiel eine noch funktionierende antike Getreidemühle oder eine Bohrmaschine der Marke Kramer & Gaus aus dem Jahre 1930.

Ein Museum mit Geschichte

Und selbst zu dem Gebäude, das das Museum künftig beherbergen wird, möchte Walter seinen Gästen Geschichte und Geschichten erzählen, reicht die Historie des Anwesens der Familie Walter doch wenigstens 200 Jahre zurück. Wobei Karl Walter davon ausgeht, dass das Gebäude noch wesentlich älter ist. Darauf deute zumindest das alte Kellergewölbe des ehemaligen Bauernhofs hin, das Walter bei Führungen mit einbinden will.

Die unmittelbaren Nachbarn des Museums freuen sich übrigens schon richtig auf die neue Attraktion im Dorf. „Dann ist hier endlich mal was los“, findet Karl Messner, der zur Eröffnung im Mai 100 Liter Freibier stiften möchte.

(Erschienen: 19.04.2013 11:35)


Freitag. 19.04.2013

Virngrund: Stimpfach

bekommt Museum

STIMPFACH

(ij) - Der Gemeinderat

hat grünes Licht gegeben. Und so

steht den ambitionierten Plänen von

Karl Walter nichts mehr entgegen.

Der 57-Jährige, der zuletzt in Ellen-

berg gelebt hat, will in Stimpfach ein

Museum einrichten


Riesennüsse: Wo Eichhörnchen ohne Chance sind

Im Garten von Karl Walter aus Ellenberg wachsen amerikanische Riesen-Walnüsse

 

Nüsse

 

Mit Schale größer als ein Hühnerei: die Walnüsse in Walters Garten. (Foto: rim)

Von Alexandra Rimkus

Ellenberg Manch Ellenberger mag sich vielleicht wundern, wenn er dieser Tage Karl Walter mit Schutzhelm im Garten herumspazieren sieht. Doch der Mann lebt derzeit tatsächlich gefährlich.

Bei Walter läuft gerade die Nussernte-Zeit. Und wir reden im Falle des Ellenberger nicht etwa von kleinen Haselnüsse. Nein, der 57-jährige Ellenberger ist Liebhaber von Walnüssen. Die wachsen in seinem idyllischen Gärtchen en masse und in allen nur erdenklichen Größen. Von XS bis XXXL reicht die Palette. Insbesondere die Riesen-Walnüsse begeistern Walter jedes Jahr aus Neue. Sie machen den Schutzhelm bei der Ernte aber auch zwingend erforderlich. „I hab’s am A’fang no ohne probiert. Abr wenn se so a Riesadoil auf da Kopf krieagat, duat’s oheimlich weh.“

Der Ursprung der Walterschen Riesen-Walnuss liegt übrigens in Amerika. Ein Bekannter des Ellenbergers hatte von Verwandten aus den USA ein paar dieser Giga-Nüsse als Mitbringsel erhalten und ein paar davon an seinen guten Freund in Ellenberg weitergegeben.

Doch Walter aß die Nüsse nicht, er pflanzte sie ein. Zunächst ohne Erfolg, die empfindlichen Pflänzchen gingen ein. Erst als er es mit der Aufzucht in einem Blumentopf probierte, sollte es doch klappen.

Mittlerweile ist Walter bekannt für seine Supernüsse, die zum Teil größer als ein Hühnerei werden können und damit – das sei nur am Rande bemerkt – noch jedes Eichhörnchen zur Verzweiflung getrieben haben. „Neulich hot wieder amol ois vorbeiguckt, des hot romdo wia verrückt. Bis es mit de Nerva völlig am Ende war ond aufgeba hot. No hot sich’s halt an Baum mit kloinere Nüss vorg’knöpft“, erzählt Walter, der an seinen Nussbäumen einen echten Narren gefressen hat. Die Aufzucht, Pflege und Hege sind sein persönliches Steckenpferd.

Warum er diese Bäume so liebt? „Sodde Bäum faszinierat mi oifach. Weil se ja au net übrall wachsat, wo ma se napflanzt. En Ellwanga gibt’s zom Beischpiel kaum Nussbäum, en Ellaberg abr recht viele. Außerdem vertreibat se em Sommer d‘ Schnoga, ond sia krieagat koine Läus.“

Und natürlich schmecken Walters Walnüsse auch besonders gut. Bei einer Ernte von über vier Zentnern können sich davon auch viele Freunde und Bekannte überzeugen. Oder Schüler der Konrad-Bisalski-Schule Wört - denen hat Walter im vergangenen Jahr gleich drei Säcke Walnüsse gespendet.


Zeitungsausschnitte von Karl Walter

 

„Im Frühjahr einen Gang zurückschalten“

Karl Walter ist Motorradfahrer – Im eigenen Museum in Ellenberg sammelt er Raritäten

„Im Frühjahr einen Gang zurückschalten“

Von Svenja Mathéus

Motorrad

Im Ellenberg Wenn Karl Walter von seinen Motorrädern erzählt, kommt er ins Schwelgen. Der 57-Jährige aus Ellenberg hat sich mit Haut und Haar der Zweiradleidenschaft verschrieben. Im eigenen Museum in Ellenberg sammelt er Raritäten der Motorradgeschichte, eine Hercules mit Opelmotor aus dem Jahr 1953 ist darunter, eine Honda 500 – eine Rarität von 1971 – oder eine Schweizer Kosmos aus den 50ern und DDR-Motorräder aus den 60er Jahren. Allerlei Kuriositäten finden sich dazwischen wie eine Zapfsäule aus den 50er Jahren, ein Hochrad aus dem Jahr 1791 oder eine Bohrmaschine mit Flachriemen von 1930. Als gelernter Schlosser ist Karl Walter begeistert von der Präzision und dem Ideenreichtum, mit dem die Tüftler von damals solche ersten Wunderwerke der Technik schufen. Seine Leidenschaft ist ansteckend, selbst für den Motorrad-Laien, denn das Kuriositäten-Kabinett atmet Geschichte und verströmt den Oldtimer-Charme längst vergangener Tage.

Doch Karl Walter ist seit 40 Jahren ebenso passionierter Motorradfahrer. Und als solcher hat er jetzt im Frühjahr ein ernstes Anliegen: Selbst der erfahrene Motorradfahrer Walter macht im Frühjahr erst mal langsam mit seiner Yamaha XJ900, 98 PS, Baujahr 1993. Denn obschon die Sonne scheint und die Straßen trocken sind, kann das schöne Motorradfeeling schnell zum Horrortrip werden.

Die Kirschblüte, die hier auf der Ostalb zurzeit zahlreiche Fahrstrecken in ein malerisches Rosa taucht, ist nicht nur wunderschön anzuschauen, sie birgt auch Gefahren, gerade für Motorradfahrer, weiß Walter. Denn sobald Nieselregen einsetzt, bildet sich aus den Blüten und dem Blütenstaub, der dick auf den Straßen sitzt, in Verbindung mit Wasser ein rutschiger Film, erklärt er. „Wenn man dann auf dem Mittelstreifen zum Überholen ansetzt, beschleunigt oder unvermittelt abbremsen muss, dann ist man schneller verunglückt, als einem lieb ist.“

Ihm sei eine solche Situation schon passiert. Doch Walter hatte Glück, er trug die entsprechende Motorradkleidung. Gerade im Frühjahr sollte die stimmen, auch wenn das Königswetter zu leichteren Kleidungsstücken einlädt. Jungen Motorradfahrern rät er unbedingt zu einem Sicherheitstraining: „Junge Leute kaufen sich meist PS-starke Maschinen, ohne sie richtig zu beherrschen.“ Hilfreich kann auch die Montage von Sturzbügeln sein, die schützten nicht nur den Motor, sondern im Ernstfall auch die Beine des Fahrers. Generell lautet die Devise für das Frühjahr „erst mal einen Gang zurückschalten“, zumindest bis Mensch und Maschine sich nach der langen Winterpause wieder richtig vertraut sind.

(Erschienen: 10.04.2012 19:45)


Karl Walter hat ein eigenes Motorradmuseum

ELLENBERG / sz Als Karl Walter 1978 mit dem Motorradfahren anfing, konnte niemand ahnen, dass er gute 30 Jahre später ein eigenes, kleines Museum haben würde. Inzwischen hat er in Ellenberg einige alte Motorräder, Mopeds und sogar ein Hochrad von 1791 gehortet. Sein Traum: Eines Tages ein richtiges Museum zu führen.

Von unserem Redakteur  David Oliver Betz

Karl Walter hat ein Faible für alte Sachen. Auf seinem Grundstück finden sich nämlich nicht nur die alten Zweiräder, sondern auch etliche Maschinen und Apparate von anno dazumal. Zum Beispiel hat er einen Deutz-Traktor, der schon etliche Jahrzehnte auf dem Buckel hat. Seinen Hobbyraum erreicht man auch telefonisch, das Telefon selbst hat aber noch eine Kurbel.

Doch die ganz große Leidenschaft hat er für die Zweiräder entwickelt. Sein ganzer Stolz sind drei Hondas mit 250, 500 und 750 Kubik. „Die großen konnte ich mir als junger Mann nicht leisten. Die 250er habe ich gesucht, weil ich so eine als erstes gefahren habe“, erklärt er. Irgendwann habe er sich die große Traum-Honda seiner dann gebraucht leisten können, habe sie schön hergerichtet und damit war plötzlich die Sammelwut geschürt.

Sein Wohnhaus hatte eine Mosterei. Die wurde aber nicht mehr genutzt und so hat er diese Mosterei eben zu einem kleinen Museum ausgebaut. Dort finden sich nicht nur die Hondas, sondern auch Mopeds und Mofas. Zum Beispiel steht dort eine MZ aus der DDR, Baujahr 1951, samt einer originalen Zapfsäule. „Vielleicht stelle ich da auch einmal eine Schaufensterpuppe dazu, die gerade tankt“, überlegt Walter laut. Aber sein persönliches Highlight ist ein Hochrad aus dem Jahr 1791, „noch ohne Gummireifen“, wie Walter betont. Komplettiert wird die Sammlung durch diverse Bücher, Kalender und Werkzeuge.

Walter, passionierter Biker und Mitglied im Ellwanger Oldtimerverein, bekommt immer mal wieder Besuch von Menschen mit ähnlichen Interessen. Denen zeigt er seine Stücke gern. „Na klar zeige ich das alles gerne und hier kann man ja auch gut sitzen und fachsimpeln“, sagt Walter mit Blick auf den Hobbyraum gegenüber des Museums. Seine Frau Irmgard hat sich inzwischen mit dem Hobby des Ehemanns abgefunden. Augenzwinkernd sagt sie: „Wenn er mich so gut pflegen würde wie die Maschinen, dann würde ich jetzt glatt 20 Jahre jünger aussehen.“

Zwei große Träume hat Walter aber dann doch noch. Am liebsten würde er eine Harley Davidson sein eigen nennen. Und irgendwann würde er gerne ein richtig großes Motorradmuseum betreiben. Auf einem guten Weg ist er allemal damit.

(Erschienen: 16.09.2010 16:50)